Sehfehlerkorrektur durch Multifokallinsen / Intraokularlinsen (IOL)
Dez 4th, 2008 | By Redaktionsteam Fehlsichtigkeit | Category: Augenkorrektur - Möglichkeiten im FokusMultifokallinsen, besser bekannt als Intraokularlinse (IOL), werden als künstliche Linsen operativ im Auge implantiert, um die natürliche, beschädigte Linse zu ersetzen. Insbesondere bei Augenerkrankungen wie dem Grauen Star wird der Einsatz dieser Linsen notwendig. Eine zweite Variante der Nutzung ist der Einsatz als phake Intraokularlinse, welche zusätzlich zur vorhandenen, natürlichen Augenlinse implantiert wird. Dieser Eingriff wird zum Beispiel bei der Korrektur von Fehlsichtigkeit durchgeführt.
Bei dem Ersatz der Linse bei der Behandlung von Grauem Star wird zunächst ein Teil der Linsenvorderkapsel entfernt, über diese Öffnung wird ein chirurgisches Werkzeug in das Augeninnere eingebracht, mit welchem die natürliche Linse des Auges zerstört wird. Danach werden die kleinen Stücke der Linse aus dem Auge abgesaugt. Zum Schluss wird die Kunstlinse in den Kapselsack eingesetzt. Nötig wird diese Operation, wenn alle anderen Behandlungsmaßnahmen des Grauen Stars, zum Beispiel durch eine Brille, nicht mehr genügend Hilfe für den Patienten bieten.
Der Einsatz einer phake Intraokularlinse wird dann notwendig, wenn der Sehfehler nicht mehr mittels Lasertechnik (LASIK oder LASEK) behandelt werden kann. Das ist bei einer zu starken Ausprägung des Fehlers von -8 bis ca. -23 Dioptrien bei Kurzsichtigkeit und +4 bis ca. +8 Dioptrien bei Weitsichtigkeit der Fall. Auch bei einer zu dünnen Hornhaut kann keine Lasertechnik eingesetzt werden.
Bei dieser Operation wird sich zunächst über einen Schnitt in die Hornhaut am oberen Rand des Augapfels ein Zugang verschafft. Über diesen kleinen Schnitt wird die phake Intraokularlinse in die Vorderkammer des Auges vor der Iris eingesetzt. Die künstliche Linse wird dann mit Hilfe von zwei Häkchen in Falten der Regenbogenhaut eingeklemmt.
Da es bei dieser Operation zum Ansteigen des Augeninnendruckes kommen kann, wird vorbeugend noch ein kleiner Schnitt in den oberen Rand der Regenbogenhaut gesetzt, über den sich der Augeninnendruck ausgleichen kann. Die ersten drei Tag nach der Operation kann es zu leichten Schmerzen kommen und in den ersten zwei bis drei Wochen muss der Patient mit Sehschwankungen rechnen. Durch die noch vorhandene, natürliche Linse kann es dauerhaft zu Problemen mit der Sicht in der Dämmerung kommen.