Refraktiver Linsenersatz

Dez 10th, 2008 | By admin | Category: Lexikon des Auges

Zu den Fehlsichtigkeiten des Auges gehören die Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit. Bei der Kurzsichtigkeit werden Gegenstände in der Nähe scharf, in der Ferne jedoch nur unscharf wahrgenommen. Bei Weitsichtigkeit ist dies genau entgegengesetzt: Gegenstände in der Ferne werden scharf gesehen, während die Sicht in der Nähe verschwimmt. Bei der Stabsichtigkeit wird durch die unterschiedliche Krümmung der Hornhaut ein Punkt als Strich gesehen.

Der refraktive Linsenersatz ist medizinisch gesehen bei hohen Werten von Kurz- und Weitsichtigkeit indiziert, wenn selbst Laseroperationen keine zufrieden stellenden Ergebnisse mehr bewirken können. Dies ist bei mehr als +4 und -10 Dioptrien der Fall. Auch eine Stabsichtigkeit kann durch den refraktiven Linsenersatz bis zu einem gewissen Grad korrigiert werden.

Der refraktive Linsenersatz bedeutet die Entfernung der eigenen Linse und Einsetzen einer künstlichen Linse aus Silikon, Acryl oder Hydrogel. Die eigene Linse wird zuerst per Ultraschall zertrümmert und anschließend abgesaugt. Danach wird die künstliche Linse in den Kapselsack des Auges eingesetzt. Meist werden unifokale Kunstlinsen eingesetzt, das heißt, dass der Patient danach entweder weit- oder kurzsichtig ist und für den jeweils anderen Bereich noch immer eine Brille braucht. Zunehmend werden jedoch multifokale Kunstlinsen eingesetzt, womit eine Fehlsichtigkeit nach der Operation ausgeschlossen ist. Der refraktive Linsenersatz ist sowohl ein Mittel zur Verbesserung der Lebensqualität als auch der Gesundheit des Patienten. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den refraktiven Linsenersatz nur bei extremer Fehlsichtigkeit. Die Privatkrankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten bereits ab +4 Dioptrien.

Tags: , , , , , , , ,

Leave Comment

You must be logged in to post a comment.